Meister Fu Zhonwen (Fu Zhongwen)

Tai Chi Meister Yang Chengfu ließ seine Schule von seinem Schüler
Fu Zhongwen gegen Herausforderer verteidigen. Fu wurde durch die
Heirat von Zou Kuei Cheng, der Gross-Grossnichte von Yang Chienhou
Mitglied der Yang-Familie. Kurz vor Yang Chengfus Tod 1936 erklärte
dieser Fu Zhongwen zu seinem Nachfolger, der die Familientradition
weiterführen und Yang-Tai-Chi in der Welt verbreiten sollte. Fu
organisierte Yang Chengfus Bestattung, kümmerte sich um den Unterhalt
von Yang Chengfus Frau, unterrichtete Yang Chengfus Söhne im
Yang-Tai-Chi und verwaltete das Haus der Yang Familie in Yongnian,
welches jetzt eine Kulturstätte für den Yang-Stil ist. 1963 erschien Fu Zhongwens Buch "Yang Family Tai Chi
Chuan", welches zum Kultbuch des Yang Stils wurde. Yang Zhenji (Yang
Chengfus zweiter Sohn) bestätigte, dass in Fu Zhongwens Buch "Jede Bewegung
und jede Stellung ohne Änderungen in der Abfolge" genau so beschrieben und
dargestellt wird, wie sie von seinem Vater unterrichtet wurde.
Ursprüngliches Tai Chi/
Authentisches Tai Chi/ Traditionelles Tai Chi
Bisweilen hört man in Yang-Stil-Schulen den
Begriff "Authentisches Tai Chi" - in diesem Zusammenhang fällt dann
oft der Name Fu Zhongwen, weil er die Tai-Chi-Form seines Lehrers Yang Chengfu
nie veränderte. Der überaus respektierte Tai-Chi-Meister hat sehr viel für die
Verbreitung des Yang-Stils getan. Dr. Langhoff über Meister Fu Zhongwen:
Fu Zhongwen.
Dessen Sohn Fu Shengyuan setzt diese Bemühungen fort. (Lesetipp:
Push Hands Wettkämpfe).
Meister Fu Zhongwen
Der in dieser Folge beschriebene Fu Zhonwen war einer von ihnen. Seit
jungen Jahren ständiger Begleiter und später dessen rechte Hand war er der
letzte Meisterschüler von Yang Chengfu und erhielt dessen gesamtes Wissen. Dr.
Langhoff hat Meister Fu kurz vor seinem Tode noch persönlich kennen gelernt und
war von seiner Ausstrahlung tief beeindruckt. Überzeugend lebte er vor, wie Tai
Chi den gesamten Lebensweg positiv gestalten und Lebensqualität und
Zufriedenheit nachhaltig steigern kann. Seine Fähigkeit und seine Loyalität
brachten ihm weltweit allerhöchste Wertschätzung ein. Sein Sohn Fu Shengyuan (s.
nächste Folge) sagte einmal: „Unsere Familie ist sehr bescheiden. Mein Vater war
der Größte, aber er hat es nie gesagt“. Immer wieder betonte der
Tai Chi Meister, daß dieses "Schattenboxen" eine große Zukunft habe und allen
Menschen viel bieten könne. Tai Chi als geistiges und körperliches Training
helfe ihm, sein inneres Gleichgewicht zu finden und den notwendigen Einklang von
Yin und Yang zu erzielen. Über die Jahrzehnte konnte er immer wieder beobachten,
wie auch seine Schüler vom Tai Chi profitierten, wie sie Zufriedenheit, inneres
Gleichgewicht und Gesundheit ganz ohne Medikamente erreichten und auch im Alter
beibehielten. Quelle:
Ursprüngliches Tai Chi.

Um eine so effektive und attraktive Heilmethode zu fördern und zu
bewahren, gründete er 1944 in Shanghai die „Yongnian Tai Chi-Gesellschaft“ so
genannt nach dem Wohnort der Familie seines verehrten Tai-Chi-Lehrmeisters. Im
Rahmen dieser berühmten Institution unterrichtete er hunderttausende von
Schülern, von denen viele Auszeichnungen erhielten, in therapeutischen
Einrichtungen arbeiteten oder selbst Ausbilder wurden. Als nach dem Tode seines
Lehrers Yang Chengfu 1936 zahllose Modifikationen und Varianten des Tai Chi
entstanden, nahm er sich vor, mit all seiner Kraft die ursprüngliche
Tai-Chi-Form zu bewahren. Seiner Meinung nach waren fast alle der im Laufe der
Jahre neu entstehenden Modifikationen zwar hübsch anzusehende, tanzartige
Bewegungen ohne praktischen Nutzen, die überdies das Vorankommen beeinträchtigen
würden. Die ursprünglichen, korrekten Stellungen seines Lehrmeisters seien
oberstes Ziel beim Training, denn aus ihnen erwachse die innere Zufriedenheit.
Innere Erfahrung und innere Freude der Menschen seien individuell und
verschieden. Die korrekte Position sei hingegen die Konstante, die alles im
Sinne von Yin und Yang verbinde (Quelle
Yongnian, Info:
Yang Chengfu Center.).
Authentisches Tai Chi
mit Meister Fu Zhongwen. Links eben dem Meister seine Schülerin Li Rongmei
(Quelle: Li Rong Mei)
Große chinesische Meister (4) Meister Fu: „Tai Chi ist besser als
Medizin" Für den heutigen Menschen gewinnen ganzheitliche Naturheilverfahren
zunehmend an Bedeutung. Speziell für die westliche Lebenssituation mit ihrem
Stress und Bewegungsmangel erweisen sich sanfte östliche Bewegungssysteme als
hervorragend geeignet. Dies liegt nicht zuletzt an ihrer Besonderheit, sowohl
die körperliche als auch die geistig-seelische Ebene des Menschen anzusprechen.
Gerade das Tai Chi hat in den letzten Jahren weltweite Beachtung erlangt und
wird zunehmend mit modernen wissenschaftlichen Methoden untersucht. Insbesondere
auf der physiologischen Ebene sind die positiven gesundheitlichen Auswirkungen
mittlerweile durch viele Erfahrungsberichte und empirische Untersuchungen gut
nachweisbar und wissenschaftlich belegt. Meister Fu Shengyuan (65) und sein
Vater, der in der vorigen Folge beschriebene Fu Zhongwen, hatten schon 1972 die
Notwendigkeit wissenschaftlicher Nachweise erkannt und in Zusammenarbeit mit
verschiedenen Institutionen entsprechende Forschungen organisiert. Sowohl ihre
als auch die umfangreichen, in der Folgezeit durchgeführten Forschungen zeigten
den Nutzen immer deutlicher auf, sodaß Tai Chi heute unter Fachleuten als ideale
Gesundheitsförderungsmaßnahme gilt und uneingeschränkt empfehlenswert ist (u.a.
aufgrund der nicht vorhandenen schädlichen Nebenwirkungen). Gerade für
weitverbreitete Zivilisationskrankheiten lassen sich die Übungen gut einsetzen.
Z.B. beim Stressabbau durch sanfte Entspannung. Man fühlt sich zufrieden, heiter
und hellwach. Weiterhin sind meditative Bewegungskünste des Ostens
gekennzeichnet durch einen maximal entspannten Nacken- und Schulterbereich:
Verspannungen lassen sich so rasch und effektiv behandeln. Gut untersucht sind
auch die Auswirkungen auf den Rückenbereich, der beim Tai Chi eine große Rolle
spielt. Ein Sprichwort aus China besagt: „Alle Krankheit kommt von der
Wirbelsäule“. Sie steht daher seit jeher im Mittelpunkt östlicher Übungssysteme
und wird treffend als „Träger des Lebens“ bezeichnet. Die Fachliteratur
beschreibt (nicht immer belegbare) vielfältigste Effekte des Tai Chi. Gut belegt
sind positive Auswirkungen auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Knie-Problemen
und im Bereich des Stoffwechsels und der Atmung. Desgleichen bei Migräne,
Osteoporose, Multipler Sklerose und in der Psychotherapie. Fu erwähnte besonders
Bluthochdruck, Arthritis, Magenprobleme und nervöse Erschöpfung. Für ihn ist Tai
Chi ein perfektes Übungsprogramm zur Vorbeugung und zur Selbsthilfe ohne teure
Apparaturen und Medikamente.
Weitere Infos zu den Lehrern von Dr. Langhoff und Push
Hands: Push Hands.
Lesetipp:
Ling Kong Jin
Kampfkunst
Mehr zur Push-Hands-Ausbildung:
Tui Shou Pushhands Tuishou